Der erste Jimny über den berüchtigten "van Zyl Pass", Namibia. To be, or not to be...

  • Glückwunsch, super gemacht.:thumbup::thumbup::thumbup:

    Und dann auch noch den schönsten Stein dort abgelegt, der ist ja ein richtiges Kunstwerk geworden.8)

    Da bin ich schon auf deinen ausführlichen Bericht sehr gespannt.:D

  • Schön euch wieder heil zurück zu wissen,

    noch schöner, dass du und der Jimny das so problemlos gemeistert haben

    und

    gib es zu, den Stein hat deine Frau gestaltet:und_weg:

    Es ist nicht leicht, in einem Forum wie diesem brauchbare Beiträge zu leisten.
    Schon ein einziger Buchstabendreher und alles ist uriniert.

  • Vielen Dank euch:) Hab den ganzen Tag bis jetzt Videomaterial angeschaut und zugeordnet. Soviel vorweg, da sind echt einige (laienhafte) geile Fotos und Videos dabei. Ich denke das wird euch noch Spaß machen. Melde mich....:)

  • :topsy_turvy:Ich sag nur Kalender 2021:mrgreen::up::up::up:. Wie lange dauert eigentlich ein Brief nach Namibia ? Ich befürchte fast dein Kalender 2020 kommt nicht pünktlich zur Weihnachten bei dir an :suspekt:. Dann muss er eben mit Luftfracht weg:psst:.

    schöne grüße Björn

    Jimmy Style 2012 , Webasto, Sound , ausgebaute Rückbank, OME Fahrwerk, Asfir VTG Schutz und MT' s zum spielen.

    Weitere Suzukis : DR 650 1997 ; SV 1000 2003 und eine V Strom 1000 XT 2018 :mrgreen:

  • Ok, dann los. Tag 1, Samstag 23.11.2019

    Der Würfel ist voll durchgecheckt, alle Öle und Filter gewechselt und harrt der Dinge. Diesen Pass sollte man nicht allein fahren, daher hab ich schon vor Monaten meinen Freund Marco gefragt. Er hat schon einige meiner Off-Road Filme (privat) gesehen und wollte eh schon immer auf so eine Safari mit uns, musste nur von der Firma her früh genug die Woche Urlaub beantragen. Der "van Zyl Pass" ist ca. 900 km von Swakopmund im Norden im sogenannten Kaokofeld und liegt ungefähr 1400 m hoch. Swakopmund war der Hafen der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch/Süd West Afrika, dem heutigen Namibia und liegt am Süd Atlantik und ist somit auf "Sealevel", also 0 m über Null. Warum ist das erwähnenswert? Nun ich denke, man muss sich bei der Vorbereitung einer Extremtour auch über die Motorleistung mal Gedanken machen. In der Physik gibt es die Standardatmosphäre, die bezieht sich auf Meereshöhe (0 m) und eine Temperatur von 20 ° C. Unter diesen Bedingungen leistet der Jimny satte (:lol:) 83 PS. Ist man jetzt aber in einer Höhe von 1500 m über Null und hat eine Außentemperatur von 45°-50° C, entspricht das einer Höhe von ca. 3500 Höhenmetern, was ungefähr die Leistung halbiert da das Benzin/Luftgemisch sich drastisch verändert. Also bitte nicht wundern wenn in den späteren Videos der Würfel nur im 2. und 3. Gang unterwegs ist. Ich steh da nicht mit dem Gasfuß in der Ölwanne, nein, er bekommt einfach keinen bzw. zu wenig Sauerstoff und ist obendrein ein Automatik. (Die Physiker und Metereologen unter euch, mögen mir diese waghalsige Umschreibung verzeihen...)

    Treffen mit Marco war bei uns um 7:00 an der Kaffeemaschine. Wir hatten für Offroad Straßen die stramme Leistung von ca. 520 km am ersten Tag bis zum Fluss Khowarib und dem dortigen, sehr zu empfehlenden "Community Campground" zu leisten. Mein Frauchen hatte eine große Schüssel Frikadellen und einen leckeren Kartoffelsalat (ohne Mayonnaise) für die Mittagspause vorbereitet. Wir wussten da noch nicht, dass es ihr Glückstag werden sollte.


    Kurz vor Sonnenaufgang in Swakopmund


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    Ready to go...


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    Im Skelettküsten Nationalpark. Skeleton Coast wird das hier genannt, da hier seit Jahrhunderten Wale, Robben, Meeresschildkröten, aber auch Menschen angespült wurden. Zum einen liegt vor unserer Küste der Benguela Strom und führt durch sein reichhaltiges Nahrungsangebot die großen Meeressäuger hierher, zum anderen ist die dieser Küstenstreifen durch seine vorgelagerten Riffe, Seenebel und Stürme, manchem braven Seemann zum Grab geworden. Selbst wenn die Havarierten sich an Land retten konnten, sind sie verdurstet, denn Wasser gibt es hier nicht.


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    Am Wrack der 1973 gelandeten Benguela Eagle auf der C34-Straße zwischen Henties Bay und Torra Bay.


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    Walwirbel ca. 3m37338106af.jpg[37338106af.jpg[, diebstahlsicher ! Wie soll man den mit nem Jimny denn auch klauen?


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    Wrack der Benguela Eagle


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    Endloser Strand, wenn man hier morgens ein Handtuch auf die Liege legt und festbindet, ist das in 100 Jahren auch noch da....


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    Erfolgloser Versuch am Huab - Fluss nach Öl zu bohren. Bisschen Endzeit Szenario...


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    Nach ca. 390 km Küste auf Höhe von Torra Bay, biegen wir ab ins Damaraland. Eine wunderschöne Peripherie präsentiert sich uns. Die Damara nennen die Gegend Etendeka, was bedeutet, Land der flachköpfigen, oder abgeschnittenen Berge.


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    Mittagspause im Springbockrevier (Damaraland) mit leckeren Frikadellen, Katoffelsalat und Löwensenf.:lol: Es ist richtig heiß und wir finden einen Schattenbaum für die Rast.


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    But ...you´ll never walk alone ! Elefantdroppings


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    In Palmwag, einem Posten an der Veterinärgrenze, gibt es eine Tankstelle und wir füllen die Autos auf. Beim Jimny dauert das ewig, das Super schäumt wie verrückt und muss ganz langsam eingefüllt werden. Wahrscheinlich sind die unterirdischen Tanks sehr heiß. Ich hab das noch nie erlebt. Das Thermometer zeigt 42° C. Hier sehen wir auch den ersten zum 9- Sitzer umgebauten Amarok, allerdings voll mit Campingequipment beladen, offensichtlich ein Tourguide. Etwas später kamen dann noch 4 Toyota der Firma Samsung, wahrscheinlich eine Firmenbelobigungstour für verdiente Mitarbeiter. Diese "Touris" sollten uns kurze Zeit später noch Ärger bereiten.


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    Ungefähr 40 Minuten später, fing der Trouble an. Wir waren wieder auf Pad, fuhren aber mit großem Abstand, da der kleine Würfel sich mal richtig austoben durfte und eine riesige Staubfahne hinter sich herzog. Er spielte 20 Tonner, als mich der eben beschriebene Amarok überholte. Namibianer bleiben beim Überholen dann lange auf der Überholspur, damit dem langsameren Fahrzeug keine Steine in die Windschutzscheibe fliegen und ihm nicht die Sicht mit der Staubwolke genommen wird. Gegenverkehr ist hier ja eh selten, aber nach dem VW kam der erste Touri. Überholt den mit 80 km/h fahrenden Würfel und ganz Europäer, schert er direkt vor mir ein. Das war es mit der neuen Windschutzscheibe, die ich nach der Botswanatour einbauen lassen hatte. Ich war zu einer Vollbremsung gezwungen, da die Sicht dann auch gleich auf 0 war. Danke hierfür Firma Samsung. Schimpfend nahm ich langsam wieder Fahrt auf und näherte mich meiner Abfahrt zur rechten Seite (Linksverkehr), als der 2. Spinner von Samsung angebrettert kam. Wir waren mitten im Dorf Khowarib mit Kindern, Hunden, Menschen und Kühen auf und an der Straße. Ich bin nicht abgebogen und hab ihn mit ca. 100 km/h in der Ortschaft vorbeisausen lassen. Seine Sichtweite war vielleicht 30 Meter. In der Staubwolke bog ich dann ab, was leider Samsung - Spinner Nummer 3 nicht sehen konnte, da er auch er wie ein Gesenkter angerauscht kam und durch den Staub keine Sicht hatte. Der Junge kam dann aber richtig ins Piloten um zwischen Würfel, der voll besetzten Dorfkneipe und einem gerade aus einer Seitenstraße fahrenden LKW seinen Weg zu finden. Wenn der mich erwischt hätte, wären wir unweigerlich in die Kneipe geflogen und hätten das halbe Dorf ausgelöscht. Unmöglich, unglaublich, aber wahr. Naja, ich war abgebogen und wartete auf den Hilux. In Palmwag beim Tanken, ist meine Frau bei meinem Freund eingestiegen, damit die sich auch mal ein bisschen unterhalten konnten. Nun ich warte und warte, keiner kommt außer einer heftigen Windhose, die den Jimny knapp verfehlte.


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    Die Zeit verging, bestimmt 10 Minuten, Funke raus und den Hilux gerufen, keine Antwort. Totenstille auf dem Radio. Soweit, die Funken machen ca. 10 km, konnten die beiden doch nicht hinter mir sein. War da vielleicht etwas mit diesen Samsung - Leuten passiert? Fuhren die vielleicht deshalb wie vom Teufel gehetzt? Ich bekam Panik, noch nicht einmal das erste Etappenziel und schon Stress. Nichts wie zurück!. Immer wieder rief ich über Funk, bis ich dann endlich meine bessere Hälfte am Funkgerät hörte und bruchstückhaft etwas von einer Panne und "komm schnell" verstand. Und dann sah ich die Beiden, ziemlich blass um die Nase. Am Hilux hatte sich das linke Vorderrad gelöst und hing nur noch auf halb acht. Alle 6 Radmuttern waren lose! Meine Frau hatte Marco gestoppt, der erst unsicher war, weil sein Tyre Monitor trotz Riesenvibrationen keinen Plattfuß anzeigte. Gott sei Dank, keine Sekunde zu spät, die beiden haben richtig Glück gehabt. Der Hilux ist um die Vorderachse sehr sensibel und schmiert da sofort ab. Das wäre das Aus gewesen.

    So, ich schnell meinen Hydraulc Jack rausgeholt und wir wollen den Hilux aufbocken. Fast geschafft rutscht der aber ab und der Wagen knallt runter. Marco ist man geradeso heile geblieben, Schock Nummer 2. Durch den frischen Unterbodenschutz bekommen wir keinen festen Ansatzpunkt, 2 weitere Versuche bleiben erfolglos, also kommt sein High Jack in den Einsatz. Das Ding war neu, also noch nie gebraucht. Ihr glaubt es nicht, wir haben den so 50 cm hoch und der Reifen bekommt gerade etwas vom Boden weg, als sich der rote Teufel langsam, aber sicher anfing auf seiner Standachse zu verbiegen. Einzige Chance jetzt in Windeseile die Radmuttern anzuziehen. Eine Höllenarbeit bei 50° C in der prallen Sonne. Es ging so schwer, weil wir das Rad noch nicht ganz frei in der Luft hatten, aber letztendlich hab ich es hinbekommen.


    Alle 6 Radmuttern gelöst, happy Birthday


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    Endlich heile am Campground :lol: der uns für alle Mühen entschädigte. Abends am Feuer, gab es eine extra Geburtstagsrunde. Na, das ging ja mal gut los.


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    Fortsetzung folgt....