Kugeln Achsschenkel

  • Hallo!

    Kaum angemeldet und schon eine Frage:

    Bei mir sind die Kugeln, an denen die Dichtungen der Achsschenkel entlanglaufen, ziemlich rauh und rostig. Ist das ein häufiges Problem oder ist das etwas exotisches? Ich vermute, dass ein etwas zu festes Gleichlauffett und zu wenig Bewegung des Fahrzeuges zu dem Schaden geführt haben.

    Wie löst ihr das Problem?

    Danke im Voraus für Tipps!

  • Wenn die Oberfläche der Kugel verschlissen ist ist das ein Problem, die ist Teil des Achskörpers.

    Eventuell kann man im zerlegten Zustand die Kugel noch überschleifen, aber tiefe Macken wirst du nichtmehr raus bekommen.

    Eventuell hat noch jemand anderes eine Idee?

  • Achshalbkugeln komplett freilegen (also incl. Steckachsen alles raus).

    Kugeln entfetten.

    Mit CSD-Scheibe die Kugeln komplett von Rost befreien.

    Porenrost mit Perlox-RE restentfernen.

    Kugeln mit POR-15 beschichten.

    1-2 Tage komplett durchtrocknen lassen.

    Mit feinem Schleifpapier 220-240 glattschleifen.

    Reinigen...

    Kugeln wieder mit Por-15 beschichten.

    1-2 Tage komplett durchtrocknen lassen.

    Mit feinem Schleifpapier 220-240 glattschleifen....usw.

    Die ganze Prozedur (je nach Tiefe der Rostporen) 6-12 mal wiederholen... :saint:

    Dann alles (Natürlich mit neuen Wedi, neuen Achsschenkellagern, neuer Achskugeldichtung, etc.) wieder zusammenbauen.

    Nicht vergessen, anschließend die revidierten Achshalbkugeln schön mit Fließfett zu Verfüllen...wo Fett, da kein Wasser, wo kein Wasser, da kein Rost... :evil:


    Gruß Pedant

  • Ich finde verzinnen besser als mit Lack füllen. Ein paar Rostnarben sind aber auch nicht so tragisch.. gut entrosten und die Narben 1x mit epoxi rostschutz Pinseln. Die Fläche rubbelt sich wieder frei und fettet stetig nach. Am besten schwarzes Maschinenfett verwenden.

    Ideal ist ein Achsschenkelbolzen mit Schmiernippel einzubauen, dann kann man ganz füllen und auch ggf mal nachfüllen.

  • Ich finde verzinnen besser als mit Lack füllen. Ein paar Rostnarben sind aber auch nicht so tragisch.. gut entrosten und die Narben 1x mit epoxi rostschutz Pinseln. Die Fläche rubbelt sich wieder frei und fettet stetig nach. Am besten schwarzes Maschinenfett verwenden.

    Ideal ist ein Achsschenkelbolzen mit Schmiernippel einzubauen, dann kann man ganz füllen und auch ggf mal nachfüllen.

    Aber Vorsicht. Wenn da zu viel Fett drin ist verstopfen einem die Unterdruck Kanäle für die Automatischen Freilaufnaben. Gruß Frank


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  • Ich verwende dieses Fett (mit MOS2):



    47115449ne.jpg



    So muß die pedantisch gepflegte Achshalbkugel von außen aussehen :) :



    47115450el.jpg




    so eher nicht... =O :






    DO1REN :


    Meine Achshalbkugeln sind nahezu komplett gefüllt, da passiert nichts...

    Die Achshalbkugel hat ja keinen direkte Verbindung zum Vakuumgedöns...

    Man darf nur keinen Druck aufbauen ...


    Gruß Pedant

  • SUUPER!

    Vielen Dank, ich glaube ich werde es mit Por15 machen, damit habe ich schon gearbeitet. Ein Schmiernippel wird auch drankommen.

    Sobald ich Bilder einstellen kann, folgen diese!

    L.G.Peter

  • calmo

    Spar Dir das mit dem Schmiernippel.

    Du hast es zerlegt, und siehst das alle 4 Schraublöcher durchgängig sind.

    Drück das Fett über eine obenliegendes Schraubenloch rein, und laß es durch ein untenliegendes Schraubenloch wieder raus.

    So bekommst keinen Überdruck wie Pedant schon schrieb passiert nichts mit dem Unterdruckgedöns, aber Du kannst es sehrwohl durch den Simmerring in die Achse drücken.

  • so sehen meine Kugeln aus

    IMG-E6412.jpg

    die größeren Rostkrater sind Rostgrad 3,

    Rost dritten Grades kann man mit Rostwandler, 100% null stoppen, weil mit dem Auftrag von R.Wandler, (welcher auch immer) ein Sauerstoff zwischen Wandler und dem Rostkrater verbleibt. Gegen diesen Sauerstoff gibt es keine chance, denn der arbeitet innen weiter und der Oxidationsprozess ist unstopped.

    Soviel mal zum Rostgrad von Calmo..


    die 12 Schichten von Pedant hören sich gut an, wenn ich da aber die Arbeitsleistung überdenke fangen vor mir Bilder an zu tanzen, wie z.b. eine gute gebrauchte Vorderachse um 200 Euro, deren Kugeln in Ordnung sind, wie z.b. hier:

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    rrr.lt


    47118417yd.png


    das macht aber nur Sinn wenn man das Fahrzeug langfristig nicht mehr loslassen möchte..


    Die Kugeln kann er halt selber schleifen, beim schnelleren Achstauch muss er in die Werkstatt auf die Hebebühne und die nehmen im vermutlich 500 Euro ab.


    Professionell strahlen mit Profistrahlmittel kann er auch nicht ohne Sandstrahlwerkstatt, da legt er wieder hin..


    Ich würds schleifen, verzinnen, aber irgendwann wird der Rostgrad 3 sich gnadenlos melden..


    Ich sprüh - wenn ich länger stehe - auf die Kugeln stets Dry Lube drauf, das ist ein Gleitstoff der nicht aus Fett besteht, das Innenleben besteht aus Micro-Teflonkugeln. Daran haftet null Dreck.. Die Kugel bleibt mit den Teflonkugeln geschmeidig und rostet nicht.

    47118483nz.jpg


    es gibt einen Video von der TU-Wien, wie ein Roboter Sand auf die Kette wirft mit normalen Fließöl, enorm viel Sand bleibt dran hängen, bei der Videoaufnahme mit DryFluid auf der Kette sieht man wie Sandkörner regelrecht "abfallen" .


    Bei Teflon perlt halt alles ziemlich ab...


    Ich verwend im Wüstensand i.d.R nur solche Stoffe, wenig überraschend..


    Noch ein Fazit zum Dry Lube: eine HighEnd-Rennradkette hält wenn man 200Watt durchschnittleistung fährt (zug) in etwa 4-6000km, ich wechsle trotz meiner 13000 Rennradkilometer/Jahr die Kette mit DryLube nur einmal im Jahr.. und ich hau sie raus obwohl sie noch immer nicht "gelängt" ist.

    Mit dem Jimny in der Wüste triffst Du Dich selbst, oder Du triffst nichts.

    Edited 2 times, last by frosch_peter ().

  • Bei Motorradketten verlängert sich der Wechselzyklus fast um das Doppelte.

    Bei 100erten von Kunden schon angewendet. Ist nätürlich schlecht für die Garage aber gut für den Kunden.

    :)

  • Danke für die vielen, sehr unterschiedlichen Ratschläge, denen man aber allen etwas abgewinnen kann.

    Ich werde mich für die Beschichtungsvariante entscheiden und hoffe, weit weniger als 12 Arbeitsgänge zu brauchen (Sandstrahlen eingeschlossen).

    Ich werde berichten....

  • Statt den Rost "umzuwandeln" kann man ihn auch mit Chemie zu Leibe rücken. Z.B. mit Phosphorsäure oder Pelox re. Ist bei den Kratern sicher eine Geduldsübung bis man sich da auf das gesunde Metall durchgepinselt hat. Dafür schließt man dann mit der anschließenden Versiegelung aber auch keine Rostreste ein, die ihr zerstörerisches Werk im Verborgenen fortsetzen. Und auch wenn das Netz voller Tipps ist, wie das auch mit der schwach säurehaltigen Cola funktionieren soll, ist das Zeitverschwendung. :)

  • Rostgrad 3 ist nachweislich auch nicht mit Phosphorsäure oder Pelox nachhaltig zu stoppen... Dazu gibt es zuviele Testergebnisse die schwarz auf weiß das Gegenteil zeigen.. Was immer du rauskraztst, den Sauerstoff der nachher drinnen sein Zerstötungswerk weiter verrichtet, den kriegst net raus. Ist in Stein gemeiselt, oder besser gesagt in Stahl...

    Mit dem Jimny in der Wüste triffst Du Dich selbst, oder Du triffst nichts.