Empfehlung Offroad-Reifen für 15" Felgen

  • Hallo zusammen,


    mein Jimny Comfort+ läuft aktuell auf den serienmäßigen 15-Zoll-Leichtmetallfelgen und hat auch noch die (etwas schmalbrüstige) Serienbereifung montiert, also genau diejenigen, die im nachfolgenden Testbericht auch auf den Bildern zu sehen sind:


    Kerniger Offroader im Kleinformat - Suzuki Jimny 1.5 Comfort+ im Test - MOTORMOBILES
    Die zweite Generation zeigt sich mit deutlich mehr Kanten und Charakter
    www.motormobiles.de


    Ich würde gerne etwas "offroadigere" Reifen montieren, da ich doch des Öfteren auf Wald- und Feldwegen unterwegs bin. Habt ihr da vielleicht eine Empfehlung? Schön wäre es auch, wenn z.B. ein weißer Schriftzug zu sehen ist. Ich habe z.B. mal den Reifen "Yokohama Geolandar A/T" in der Größe "LT 215/75 R15" auf dem Jimny montiert gesehen, der mir eigentlich recht gut gefallen hat, weiß aber sonst nichts über den Reifen.


    Vielleicht kann mir ja jemand einen guten & gerne auch schönen Reifen empfehlen, der bestenfalls auch noch kein allzu großes Loch in den Geldbeutel reißt.


    Vielen lieben Dank schon im Voraus!

  • Reifen kannst du grob so klassifizieren:


    • Straßenreifen oder HT (Highway Terrain)
    • AT (all-terrain) die an einem Straßenreifen orientiert sind (2-lagige Seitenwand), z. B. Der Geolandar AT
    • AT die an einem MT orientiert sind (3-lagige Seitenwand), z. B. Falken Wildpeak AT3W, BFG KO2
    • RT (Rugged Terrain) als Mischung as AT und MT, z. B. Geolandar X-AT
    • MT und andere POR, das sind professionelle Offroad Reifen, z. B. Geolandar MT, BFG KM3, Toyo Open Country MT


    He weiter du von einem Straßenreifen weg zum POR kommst verschlechtern sich die Straßeneigenschaften und verbessern sich die Offroad-Eigenschaften.


    Wenn du nicht vorhast mehr als ein paar Waldwege und ein paar Mal im Jahr in den Offroad Park zu fahren reichen in der Regel leichte ATs.

  • Wenn Du einen Ganzjahres AT suchst und die Originalgröße beibehalten möchtest, nehme den Cooper Discoverer AT3 Sport. Mit dem fahre ich jetzt seit vier Jahren. Da war von Asphalt bis Gebirge alles dabei. Nur kein reines Offroad. Tirol zur Wochenbrunner Alm am Wilden Kaiser bei Schnee, Berchtesgadener Land bei Match, Schnee und auch im Trockenen (die Gegend um Königssee und Ramsau) und dann bis Filzmoos auch im Winter. Unbefestigte Waldwege, Wiesen und ähnliches, sowie Landstr. und Autobahnen waren kein Problem

  • Ich würde gerne etwas "offroadigere" Reifen montieren, da ich doch des Öfteren auf Wald- und Feldwegen unterwegs bin.

    Da gibt es keinen Hinderungsgrund.

    josh. hat ja schon erklärt was es für Reifen-Typen gibt.

    Zur Ergänzung, will ich noch anmerken, dass die AT Reifen nicht gleich sind, denn es gibt AT's die sind nur zu 20 %, 30 %, 40 % oder zu 50% für Fahrten im Gelände ausgelegt und der restliche Anteil ist für den Komfort auf der Strasse gedacht.

    Die RT's liegen je nach Hersteller zwischen 40 % bis 80 % pro Geländeeignung, die MT's liegen im Bereich zwischen 50 % und 100 %.


    Falls du den Reifen ganzjährig fahren willst, dann sollte die Schneeflocke drauf sein und die findest du nur auf einigen AT-Reifen oder es muss bei den RT's & MT's das POR auf dem Reifen abzulesen sein.

    Schön wäre es auch, wenn z.B. ein weißer Schriftzug zu sehen ist. Ich habe z.B. mal den Reifen "Yokohama Geolandar A/T" in der Größe "LT 215/75 R15" auf dem Jimny montiert gesehen, der mir eigentlich recht gut gefallen hat, weiß aber sonst nichts über den Reifen.

    Ja ja die Optik, das der Reifen muss einen weißen Schriftzug haben.

    Ja für einige ist die Optik sehr entscheidend, aber das LT auf dem Geolandar hat eine Bedeutung und diese lautet "Light Truck", also leichter LKW und bedeutet der Reifen hat eine steifere Flanke, was den Reifen in seinen Offroad-Eigenschaften ohne Belastung nicht so arbeiten lässt, wie es ein normaler AT machen würde.

    Wobei bei deinem Fahrprofil das Fahren mit abgesenktem Reifendruck wohl gar nicht oder nur höchst selten vorkommen wird.

    Vielleicht kann mir ja jemand einen guten & gerne auch schönen Reifen empfehlen, der bestenfalls auch noch kein allzu großes Loch in den Geldbeutel reißt.

    Da du ja auf 215/75R15 umsteigen willst und ich mal davon ausgehe, dass du einen Ganzjahresreifen haben willst schau mal hier:


    Reifen | reifen.com


    Meine Empfehlungen wären:

    Toyo Open Country ATIII

    Vredestein Pinza

    Bridgestone AT002

    Falken Wildpeak AT3


    Wenn es billig sein soll:

    Gripmax

    Sailun

    Linglong


    Bei den Hankook sind drei Modelle in der Auswahl, der Billigste davon ist jedoch ein LT-Reifen, da dann lieber mal schauen, ob man den Hankook vielleicht woanders preisgünstiger bekommt.

  • Vielen, vielen, vielen Dank für eure ausführlichen und tollen Antworten! Mit so viel Feedback hätte ich nicht gerechnet! Ich bin überwältigt! :) <3

  • Zum Yokohama Geolandar A/T:


    Soweit ich weiß, gibt es vom normalen zu dem mit LT Zusatzt noch weitere Unterschiede


    Der LT hat (anscheinend?) die etwas härtere Gummimischung. Das Profil ist aber tiefer.

    Normaler A/T : ca. 10 mm

    Als LT: ca. 14 mm


    Der LT ist aber auch schwerer als der normale.

  • Falls du den Reifen ganzjährig fahren willst, dann sollte die Schneeflocke drauf sein und die findest du nur auf einigen AT-Reifen oder es muss bei den RT's & MT's das POR auf dem Reifen abzulesen sein.

    Muss dich da leider korrigieren. POR Reifen erfüllen bei Glätte/Schnee/Eis nicht die Anforderungen an die vorgeschriebene Ausrüstung bei den Wetterverhältnissen. Auch die benötigen dann das 3PMSF-Symbol. Es gibt nur ganz wenige MTs die das haben und die sind alle runderneuerte (Insa, Fedima, …).

  • Josh

    Die Runderneuerten haben eine Schneeflocke zum Teil, ja das ist richtig, wieso die eine Schneeflocke haben ist mir nicht bekannt.

    Aber die Kennzeichnung POR besagt es handelt sich um Spezialreifen, in diesem Falle Offroadreifen und unterliegen nicht der Winterreifenprüfpflicht und werden dahingehend dementsprechend auch nicht getestet.


    Man kann also sagen, durch die Verwendung von mit POR gekennzeichneten Reifen befindet man sich in einer Grauzone.

    Nur wer mit den POR unterwegs ist und dann zum Verkehrshindernis mutiert, der kann wegen der fehlenden Schneeflocke Ärger bekommen, wenn man sehr schnell aufzeigen kann, dass das Fahrzeug in der gefahrenen Reifengröße auch mit WInter- oder Ganzjahresreifen mit Schneeflocke ausgestattet sein könnte.


    Heute habe ich noch ein VIdeo aus den USA gesehen, wo auf einem Tacoma die Toyo MT's gegen die Toyo RT's ausgetauscht wurden und diese RT's nur minimal schlechter waren als die Toyo ATIII mit Schneeflocke, jedoch viel besser als die zuvor gefahrenen und vom Autor sehr gelobten MT's.

    Im Video hat der Autor allerdings auch ganz deutlich erklärt, dass die Reifenauswahl nicht nach Optik gehen sollte, sondern nur nach dem Fahrprofil, also wo man den Reifen hauptsächlich nutzen wird und da er sehr viel Offroad unterwegs ist, aber auch auf öffentlichen Strassen, so hat er sich diesmal halt für die RT's entschieden.

  • Nicht ganz richtig. POR darf nur im Winter gefahren werden auf Fahrzeugen für die es keine mit 3PMFS -Symbol gibt. Nach zu lesen im Verkehrsblatt 2018 Seite 758. Gemäß § 2 Absatz 3a Satz 1 der StraßenverkehrsOrdnung (StVO) darf der Führer eines Kraftfahrzeuges, dies bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen Anforderungen, den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-ZulassungsOrdnung (StVZO) genügen.



    Mit der Zweiundfünfzigsten Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 18. Mai 2017 (BGBl I S. 1282) wurden die technischen Anforderungen an Winterreifen aktualisiert. Die Verordnung trat am 01.06.2017 in Kraft. Als Reifen für winterliche Wetterverhältnisse gelten seither nur noch Reifen, die mit dem sogenannten Alpine-Symbol gekennzeichnet sind. Es gibt eine Übergangsfrist für M+S Reifen, die bis zum 31.12.2017 hergestellt wurden. Diese dürfen bis zum 30.09.2024 (auch bei winterlichen Bedingungen) weiter verwendet werden.



    Die UN-Regelung Nr. 117 – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Reifen hinsichtlich der Rollgeräuschemissionen und der Haftung auf nassen Oberflächen und/oder des Rollwiderstandes (ABl. L 218 vom 12.8.2016, S. 1) legt die technischen Anforderungen an Winterreifen im Einzelnen fest. Für bestimmte Fahrzeuge (z.B. Mobilkrane, geländegängige Lkw) sind Spezialreifen erforderlich, für die bislang keine entsprechende Genehmigung für Winterreifen nach der UN-Regelung Nr. 117 erteilt werden kann, da diese Reifen entweder auf Grund ihrer Eigenschaften (z.B. Größe, Bestimmung) nicht dem Anwendungsbereich der UN-Regelung 117 unterliegen oder da es auf Grund der Reifengröße (z.B. Reifen für schwere Mobilkrane) derzeit keine Testmöglichkeiten gibt. Dies betrifft im Wesentlichen Reifen mit der Kennzeichnung POR (Professional Off-Road) und MPT (Multi Purpose Tire).



    Aus diesem Grund wurde für die betroffenen Fahrzeuge, für die keine entsprechenden Reifen mit der erforderlichen AlpineKennzeichnung verfügbar sind, bereits mit der Zweiundfünfzigsten Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften in § 2 Absatz 3a Satz 2 Nummer 6 StVO eine entsprechende Ausnahme von der situativen Winterreifenpflicht formuliert. Die Ausnahmeregelung des § 2 Absatz 3a Satz 1 Nummer 6 StVO gilt für alle Spezialfahrzeuge, für die bauartbedingt keine entsprechenden Reifen für winterliche Wetterverhältnisse der Kategorien C1, C2 oder C3 verfügbar sind. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat zu diesem Sachverhalt eine klarstellende Verlautbarung im Verkehrsblatt veröffentlicht (Verkehrsblatt 2018 Seite 758).