Lichtmaschine lädt erst nach Überbrückung

  • Vor einigen Tag rief meine Tochter an, der Jimny springt nicht an (meine Recherchen ergaben sie hatte 4 Stunden mit Standlicht geparkt, ergibt mindestens 40 Ah Entladung bei 45 Ah Batterie Kapazität!). Etwas später informiert sie dass er jetzt doch angesprungen ist und nach weiteren 5 Minuten Fahren, dass jetzt alle Kontrolleuchten blinken, ich sage ihr sofort anhalten. Bin dann gleich mit Überbrückungskabel losgefahren. Vor Ort sehe ich, dass bei laufendem Motor das Abblendlicht ganz schwach ist, heißt Lima lädt nicht. Dann bei laufendem Motor überbrückt und schwupp Abblendlicht bleibt auch ohne Überbrückung hell und alle Kontrolleuchten sind aus, heißt Lima lädt wieder. Ist es möglich dass der Laderegler ein Mindestbatteriespannung benötigt, jedenfalls funktioniert jetzt seit einigen Tagen wieder alles gut.

  • Nach meinen Erfahrungen mit Motorrädern würde ich die Batterie durchchecken lassen. Sie könnte durch das relativ tiefe Entladen in einer Zelle einen Schlag (das ist nach meiner Kenntnis eine Art Kurzschluss der beiden Platten durch Bleisulfat-Schlamm, der beim Entladen gebildet wird) wegbekommen haben. Das kann man durch Laden, insbesondere mit speziellen Ladeverfahren zwar einigermaßen heilen, aber die Batterie ist nicht mehr zu 100% gesund.

  • Erkannt wurde das bei doch einigermaßen voll belastetem Bordnetz im Motorleerlauf sichtbar das Abblendlicht schwächelt .....


    Es gibt wie immer im Leben mehrere Gründe dafür und unterschiedliche Wege zur Problemlösung;


    Den Erfahrungen und Wahrscheinlichkeiten nach würde ich spontan auf eine schlechte Kontaktierung an der Batterie oder dem Kabel zur Lima tippen. Das es ohne zielführende Suche und Diagnose dazu kam das scheinbar das Problem gelöst ist kommt vor.


    Sehr wahrscheinlich ist das bereits beim Öffnen der Motorhaube alle elektrischen Kontakte im Motorraum Gelegenheit bekamen sich besser abzukühlen. Ergo deren Innenwiderstand hierdurch auch sinken konnte. ... nach Fahrt mit relativ tief entladenen Batterie war mit Sicherheit der Ladestrom nicht unbedingt größer als normal, doch auf jeden Fall dauerhafter als normal.

    Weiterhin;

    - es könnte die Stelle eines Übergangswiderstands unbewußt bewegt worden sein

    - durch höheren Stromfluß zusätzlich per Überbrückungskabel ein Übergangswiderstand sozusagen gefrittet worden sein

    - Durch größere Änderung des Regelstrom für Laderegler selbigen endlich mal ordentlich gereizt zu haben (Regelstromkreis nennt man auch "Reizstromkreis" oder "Erregerstromkreis")



    Die Starterbatterie selbst kann infolge Belastung und Alterung sowohl einen leichten inneren Schluß oder umgekehrt einen erhöhten inneren Widerstand vorrübergehend gehabt haben. Ob einer dauerhaften Heilung der Starterbatterie durch gezielte Ladegerät Therapie / Lade & Entladezyklen möchte ich keine große Hoffnung machen. Jene außerhalb des KFZ Betrieb mögliche Batterie-Pflege bewirkt bei bereits durch Ausfallserscheinungen auffällig gewordenen Starterbatterien leider keine langfristen Wunder. Aber es schadet nicht.

  • Vielen Dank für die ausführlichen möglichen Erklärungen. Mittlerweile habe ich noch so ein bisschen im Motorraum geschnüffelt nachdem ich mir ein Schaltbild eines Reglers angesehen habe und zu dem Schluss komme dass zumindest so eine Regelschaltung den Erregerstrom über die Schleifkohlen auch bei Niedrigstspannung zur Verfügung stellt. Routinemäßig wackelt man da am Minuspol und der Pluspolverschraubung und siehe da die Pluspolklemme ließ sich mit etwas Kraftaufwand drehen. Somit könnte es eine Verkettung unglücklicher Zustände gewesen sein, Tiefentladung durch 4 Std Abblendlicht, gerade noch angesprungen und dann durch schlechten Kontakt am Pluspol zunächst keine Batterieladung, erst durch Aufklemmen des Überbrückungskabels wieder voller Kontakt des Pluspol. Das würde bedeuten dass die Zündung und Benzinpumpe mit der gepulsten Lichtmaschinenspannung funktionieren können. Bleibt nur der alte Murphyspruch "if anything can go wrong it will go wrong" ;).

  • Vielen Dank für das Angebot, aber das Problem war nicht wie oben beschrieben die Lichtmaschine. Momentan pfeift nur manchmal noch nach Kaltstart der Keilriemen, war mir in den letzten Wochen zu kalt den nachzuspannen.

  • Vielen Dank für das Angebot, aber das Problem war nicht wie oben beschrieben die Lichtmaschine. Momentan pfeift nur manchmal noch nach Kaltstart der Keilriemen, war mir in den letzten Wochen zu kalt den nachzuspannen.

    bei mir wahr es extremer erst spannrollen den lima , den sollte es klima sein und am ende wahr es die wasserpumpe

  • Nun endlich Fall geklärt, das gelegentliche Quietschen kam eindeutig vom Keilriemen für die Lichtmaschine und Wasserpumpe. Hatte probeweise mal so alles eingeschaltet was richtig Strom zieht (Fernlicht, Gebläse, Heckscheibenheizung), erst als die Klimaanlage dazu kam ging das Quietschen los. Vor dem Nachspannen mit Filzstift eine Markierung über den Spannbügel zur Lichtmaschine damit dann ungefähr abschätzen kann wieviel man nachgespannt hat (ca. 5 mm). Mit einem Drehmomentschlüssel kommt man von oben an zwei Schrauben, für die untere 8 mm Inbo muss man sich unter den Frontspoiler legen. Jetzt quietscht nichts mehr (ausser die Reifen beim Blitzstart im 1. Gang :)).