Wohnwagen-Betrieb mit GJ

  • Ich möchte folgendes Fahrwerk verbauen. Das Ziel ist dass der Würfel (Automatik) straffer ist. Zusätzlich möchte ich einen Wohnwagen (nur an den Bodensee = 80km) ziehen können der 1.400kg Last hat. Für den Ausbau habe ich mich für die AHK von Westfalia, mit dem E-Satz entschieden. Die kann 90kg und 1.500kg gebremst. Ich weiß dass das alleine nicht reicht und die, im KFZ-Schein ausgewiesenen Werte, gelten.


    Ist hierfür eine Auflastung, wenn ja wie hoch, von Nöten?

    Was haltet ihr von meinem Vorhaben?


    Freue mich auf eure Beiträge und Meinungen. :)

    Beste Grüße

    Werner

    Edited once, last by JimXT ().

  • Um die harte Wahrheit nicht allzu lange zu verstecken: nicht so viel :oops:


    Zur Auflastung. Ich habe die drin, je nachdem was du an deinem Jimny verändert hast ist diese sehr sinnvoll. Meiner ist nicht allzu wild umgebaut, und hat vollgetankt noch 200kg Zuladung übrig ohne Auflastung - ohne Fahrer, ich möchte erinnern, dass der GJ ein 4 Sitzer ist :!:

    Trotzdem steht bei der Auflastung dabei, dass die Anhängelast immer unter Beachtung des Zuggesamtgewichts von (ich glaube) 2735kg ist (1435kg ZGG Jimny + 1300kg Anhängelast). Damit bringt dir die Auflastung für das Wohnwagenszenario nicht viel. Wenn der Hänger schwerer ist, darf der Jimny nicht voll sein, wenn der Jimny voll ist, muss der Hänger leichter.


    Zum Wohnwagen. Alles geht irgendwie, keine Frage, aber bei 1400kg vermute ich schon etwas mehr Wohnwagen. Ich habe einen alten Dethleffs mit 900kg ZGG, 2,10m Breite, ca. 4,2m Kabine und normaler Höhe ohne Aufstelldach - viel mehr an Wohnwagen würde ich nicht ziehen wollen. Zugegeben (noch?!) ohne Antischlingerkupplung und ich ziehe den Wohnwagen meistens 280-350km pro Strecke.. aber bei starkem Gegenwind oder Anstiegen hat der Jimny schon zu tun. Wenn der Wohnwagen mal etwas ins Schlingern kommt, merkt man dass der Jimny nicht viel Gegenhalt zu bieten hat. Ich würde da keine 500kg zusätzlich hinter mir haben wollen.

    Fairerweise kenne ich dein Wohnwagen Setup nicht, vielleicht ist dein Caravan keine 37 Jahre alt und benimmt sich etwas besser :/


    Zum Fahrwerk, ich hatte genau die Kombination verbaut. Straffer wirds, fährt soweit auch ganz gut, aber bei Gewicht auf der Hinterachse geht das Fahrwerk auch gut in die Knie.. das hat dem Fahrverhalten meiner Meinung nach nicht wirklich geschadet, aber der Jimny sah damit schnell überladen aus - was er ohne Auflastung dann auch war ^^

    Bin jetzt beim Ironman Fahrwerk, da kann man den Kofferraum voll machen und nen Hänger dranhängen und das Heck sinkt deutlich weniger ein.

  • Der Jimny hat einen kurzen Radstand und ist ein relativ keines Fahrzeug

    Ein Wohnwagen ist relativ leicht (pro umbautem Volumen) und hat eine große Angriffsfläche für z.B. Seitenwind

    Man hat also wenig stabilisierende Anteile wie z.B. Langer Radstand Zugfahrzeug hoher Masse Zugfahrzeug

    und viel instabile Elemente einachsiger Wohnwage große Fläche, lange Hebel usw.

    Klar man kann viel tun.

    Wenn ich das Motör(chen) des Jimny`s an die Grenzen bringen will und mich als Verkehrshindernis profilieren möchte, dann könnte ich bestimmt mit einem 1600kg zweiachsigem Wohnwaage mit 12 l/100km und 35km/h Durchschnittsgeschwindigkeit reisen und möglicherweise mit der Geländeuntersetzung auch irgendwie im Schritttempo über die Alpenpässe kommen.

    Man kann natürlich auch ein paar 10.000€ aufwenden und ein paar Jahre arbeit um aus einem kleinen und leichten Jimny so etwas wie einen Jeep Regegate unlimited zu bauen. Also wenn man alle originalen Teile durch Spezialanferigungen ersetzt dann könnte man mit einem 2,5 ltr 6 Zylinder Turbo-Diesel mit 500 Nm anstatt der originalen 130 Nm ganz bestimmt auch einen 3,5 to Hänger ziehen.

    Nimm doch einfach einen Jeep mit dem 200 PS Diesel und bau dem dann die Jimny Karosserie drauf und vergiss nicht die dann längs durchzuflexen und das Ganze um 20cm zu verbreitern.

    Ich find meinen 2024 er Jimny prima wie er ist.

    Mit weichen Reifen hätte er einen kürzeren Bremsweg, wäre aber untauglicher fürs Gelände.

    Mit einem größeren Motor könnte er mehr leisten, was ihn aber auch teurer macht.

    Hätte er einen Turbo, hätte er mehr Leistung und noch ein paar teure Teile die kaputt gehen.

    Hätte er einen längeren Radstand wie z.B. der lange Landy wäre er besser für Wohnwagen, dann hätte er aber auch die Nachteile vom langen Landy

    usw. usw.

    Was mich reizen könnte, wäre ein elektro hydraulisches Gespann Stabilisierungssystem, wie bei den großen Agrar Zugmaschinen, so etwas wie ein ESP Ultra premium. Dazu fehlen mir allerdings die paar Milliönchen die notwenig wären das zu entwickeln und übers KBA zu bringen. Ich glaube auch nicht dass genügend Kunden bereit wären das als Zusatzausstattung zu bezahlen.

  • Was haltet ihr von meinem Vorhaben?


    Freue mich auf eure Beiträge und Meinungen. :)

    Hier im flachen Norden auf kurzer Strecke würde ich 1400 kg schon ungerne mit dem Jimny ziehen wollen,

    aber wenn es Bergauf geht, mit der original Übersetzung im VTG, wirst du das absolute Verkehrshindernis.

    Vielleicht kann dir BlackCat da Tipps zu geben.

    Grüße aus dem Land zwischen den Meeren


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    Der Kantige: GJ Comfort +, Handschalter, Jungle Green, Bj. 05.20, M1G, BF Goodrich 215/75 R15, MasterForest Snorkel, Ullstein Frontschutzbügel, Horntools Rockslider und vieles mehr.


    Das Anhängsel für den Kantigen: Aero Plast, Bj. 02.92, Bett auf Rädern, in der Renovierungsphase


    Nur wer nicht in Panik verfällt, kann eine weise Entscheidung treffen.
    🎲

  • Hallo Werner,


    die 80 km zum Bodensee würde ich dem Gespann durchaus mal zutrauen.


    Schau zur Info auch mal hier:



    Wichtig ist, deinen Touring so leicht wie möglich zu halten, also die 1400 kg zulässige Gesamtmasse nicht auszunutzen.

    Lass den Wassertank und die WC-Spülung leer, das kannst Du am Campingplatz auffüllen.

    Auch Getränke, Lebensmittel usw. kannst Du am Bodensee kaufen und müssen nicht in den Wohnwagen.

    Und dann noch einiges Gepäck in den Jimny statt in den Touring.


    Den Jimny Richtung 1500 kg bringen und etwas überladen, aber darauf achten, dass die Vorderachse nicht zu leicht wird,

    und den Wohnwagen Richtung Leermasse (ca. 1050 kg ?)

    Damit lässt sich dann fahren, Agilitätspreise wirst Du keine gewinnen.

    Dafür aber bewundernde Blicke unterwegs und auf dem Campingplatz. :)

  • Hallo zusammen, ich bin neu hier und wollte eigentlich eine andere Frage stellen, aber bei diesem Thema musste ich gleich meinen Senf dazu geben...


    Ich fahre schon seit 8 Jahren regelmässig mit Jimny und Wohnwagen in den Urlaub. Teils auch über 1000km ans Meer, meistens aber in der Schweiz, Österreich und Süddeutschland in die Berge. Früher mit einem 2015er FJ (Automat) und seit 2020 mit dem GJ (Handschalter). Wohnwagen ist ein Eriba Touring 430 und ich muss sagen, es geht wunderbar. Man ist weder ein Verkehrshindernis auf Autobahnen, noch kommt es zu brenzlichen Situationen.


    Klar muss man sich bewusst sein, dass man damit nicht mit 100km/h alle Steigungen hoch fährt, aber ich werde äusserst selten langsamer als die Lastwagen. Einziges Problem ist mir bis jetzt ist auf unbeschränkten deutschen Autobahnen aufgefallen, wenn jemand mit 200km/h neben mir vorbei fährt, kann durch den Luftzug der Wohnwagen etwas ins Schwanken kommen. Das nervt auf Dauer und darum fahre ich auf unbeschränkten Autobahnabschnitten meistens nur 80-90km/h, dann passiert es nicht mehr. Da man auf diesen Autobahnen eh keine Lastwagen überholen kann, ergibt sich das früher oder später auch von alleine...


    Benzinverbrauch ist ebenfalls überraschend tief. Autobahn und Landstrasse ohne grosse Steigungen und Gefälle mit dem Eriba (ca 1200kg) braucht der GJ im Schnitt etwa 8 bis 9l/100km.

  • Hab ich schon... Das Schwanken geht auch wieder von alleine weg, aber es ist halt immer etwas stressig.


    Aber eben, da man eh nach kürzester Zeit hinter einem Lastwagen steckt und den auf einem vierspurigen, unbegrenzten Autobahnabschnitt niemals sicher überholen kann (egal mit welchem Zugfahrzeug) ist man sowieso gezwungen hinter dem Lastwagen mit höchstens 90km/h zu fahren.

  • Moin,


    der Wohnwagen wird nicht schwanken (Hochachse) sondern eher wedeln (Längsachse), das liegt an dem Luftzug / Sog und das hat man mit jedem Auto. LKWs erzeugen einen Sog der den Wohnwagen quasi ansauft. Man merkt auch das der Wagen gefühlt langsamer wird. Das lässt sich aber recht schnell beheben wenn man beim Überholen den seitlichen Abstand komplett ausnutzt, also bis an die linke Fahrbahnbegrenzung fährt. Dann wird man merken das der Wohnwagen hinten nicht mehr schwankt. Dazu kommt frühzeitig beschleunigen und auf die linke Spur wechseln wenn frei ist. Je kürzer die Zeit ist wo man nebendran ist desto besser.


    Beim fahren selber auf der rechten Spur kann man die Auswirkungen der Überholer auch recht gut reduzieren wenn man sich da an der rechten Fahrbahnbegrenzung orientiert. Hat auch den Vorteil das man eben nicht in den Spurrinnen der LKW´s unterwegs ist. Grade bei Regen oder feuchter Straße ist das sehr abenteuerlich. Mehr Platz dazwischen ist immer besser.


    Spritverbrauch hängt mehr von der Windschnittigkeit ab als vom Gewicht, mit dem Gespann unten waren es immer so 16 - 20 Ltr Gas/100km. In etwa entspricht das so 12 bis 14 Ltr Benzin. Aber beim fahren hatte ich nie Probleme:


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    Gruß, Olaf

    Ich bin Olaf und liebe Umarmungen

    Edited 2 times, last by crazy.max ().

  • der Wohnwagen wird nicht schwanken (Hochachse) sondern eher wedeln (Längsachse), ......... Dann wird man merken das der Wohnwagen hinten nicht mehr schwankt. Dazu kommt .....

    wedeln... ;)

    Grüße aus dem Land zwischen den Meeren


    48523569gi.jpg


    Der Kantige: GJ Comfort +, Handschalter, Jungle Green, Bj. 05.20, M1G, BF Goodrich 215/75 R15, MasterForest Snorkel, Ullstein Frontschutzbügel, Horntools Rockslider und vieles mehr.


    Das Anhängsel für den Kantigen: Aero Plast, Bj. 02.92, Bett auf Rädern, in der Renovierungsphase


    Nur wer nicht in Panik verfällt, kann eine weise Entscheidung treffen.
    🎲

  • der Wohnwagen wird nicht schwanken (Hochachse) sondern eher wedeln (Längsachse), ......... Dann wird man merken das der Wohnwagen hinten nicht mehr schwankt. Dazu kommt .....

    wedeln... ;)

    Das ist so, weil der Jimny und der Wohnwagen sich gemeinsam auf den Urlaub freuen. Der Jimny wedelt, was der Wohnwagen hergibt. Oder so ähnlich halt.....


    Gruß Manfred

    Lass Dir kein X für ein U vormachen. Sei auf der Hxt!

  • Einziges Problem ist mir bis jetzt ist auf unbeschränkten deutschen Autobahnen aufgefallen, wenn jemand mit 200km/h neben mir vorbei fährt, kann durch den Luftzug der Wohnwagen etwas ins Schwanken kommen. Das nervt auf Dauer und darum fahre ich auf unbeschränkten Autobahnabschnitten meistens nur 80-90km/h, dann passiert es nicht mehr. Da man auf diesen Autobahnen eh keine Lastwagen überholen kann, ergibt sich das früher oder später auch von alleine...

    Das Schlingern, oder wie auch immer, wirst du in dieser Kombi nie weg bekommen. Kommt immer auf die Gespann Kombination an.


    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen.

    • Audi A4 2,5l TDI mit 1350kg Bürstner; keine Probleme. Das mittleres Fahrzeuggewicht in Verbindung mit Sportfahrwerk, selbst mit bei 120kmh so gut wie kein schlingern
    • Mercedes ML 320 mit dem selben WW; keine Probleme. Auch bei hoher Geschwindigkeit. Vgl. mit dem Audi
    • Subaru Forester mit 80kmh Ok, mehr aber auch nicht. Bei den erlaubten 100kmh hatte ich des Öfteren das Gefühl, dass das Gespann gleich kippt.
    • Jimny (?); nie getestet (wg. dem ML), iwrd sich aber genau so verhalten, wenn nicht sogar schlimmer, als der Subaru

    Der Wohnwagen hat eine Alko Anti Schlingerkupplung. Die hilft, kann aber keine wunder vollbringen...

  • Spritverbrauch hängt mehr von der Windschnittigkeit ab als vom Gewicht, mit dem Gespann unten waren es immer so 16 - 20 Ltr Gas/100km. In etwa entspricht das so 12 bis 14 Ltr Benzin.

    Bei diesem Verbrauch lag ich mit dem Subaru auch. An 8-9l sind eher sportlich...

  • Zum Thema schlingern, das hatte ich auch mal bei meinem Koffer,

    Als ich zwei Tage später einen Check durchführte, da stellte ich fest der Reifendruck war zu niedrig, er lag um die 3 bar und die Reifen sollen mindestens mit 4,3 bar gefüllt sein.

    Bei der nächsten Fahrt hatte ich nur ein Schaukeln als die Fahrbahn absoluter Mist war.

  • ... und was macht euere Öltemperatur bei diesen highspeed Schlepps???

    Das würde mich eigentlich auch mal interessieren, aber der Jimny hat weder eine Temperaturanzeige, noch einen Fühler, der mit OBD ausgelesen werden könnte.