Zwei ungewöhnliche Konstellationen kamen in der vergangenen Woche zusammen. Ich hatte überraschenderweise ein langes und komischerweise freies Wochenende und meine Schwester und Schwager haben mit ihrem Camper die Campingsaison irgendwo an der polnischen Grenze an einem See eingeläutet. Also kam mir die Schnapsidee, Jimny II. kurzerhand zum Camper auszubauen und 7 Stunden gen Osten zu fahren. So war das Projekt Low Budget – Camper geboren.
Also habe ich letzten Mittwoch nach Feierabend eine ausgiebige eBay Kleinanzeigen – Runde durch die Region gedreht und für kleines Geld alles das geschossen, was günstig in der näheren Umgebung kurzfristig verfügbar war: einen zweiflamigen Gaskocher, einen Campingstuhl, Teleskopstangen, eine elektrische Kühlbox und natürlich eine Faltmatratze. Kostenpunkt circa 87 €.

Donnerstag früh dann ab in den Hornbach meines Vertrauens und die Dinge besorgt, die sich gebraucht nicht auftreiben ließen: eine Gewebeplane, einen Wasserkanister, Material zum abspannen und natürlich Holz und Winkel für die Bettkonstruktion. Kosten ca. 69 €.

So um elf hatte ich alles zusammen, die Gartenwerkstatt war eingerichtet und der Bettenbau konnte beginnen.






Keine 2 Stunden später hatte ich diese wundervolle, improvisierte Ruhestätte im Auto. Die vordere Stütze steht links auf dem Mitteltunnel und rechts im Fußraum auf. Die hintere Stütze habe ich einfach auf die Kofferraumkiste aufgelegt und mit dem Befestigungsbolzen des ehemaligen linken Rücksitzes verschraubt.
Die Konstruktion ist einfach, fast schon primitiv, erfüllt ihren Zweck aber voll und ganz. Die Faltmatratze musste ich natürlich auch noch der Form der Karosserie anpassen, das war aber wirklich das geringste an Arbeit.
Danach habe ich probeweise im Garten meine 42 €–Idee einer Campermarkise aufgebaut. Alleine und mit 30 KMH Wind war das richtig beschissen, für dieses eine Wochenende musste das aber genügen. Eine Ecke der Gewebeplane, nämlich an der Beifahrerseite vorne, habe ich zuerst mittels zweier Kabelbinder an der Reling befestigt. Noch während des Aufbaus hat mir ein Windstoß beide Kabelbinder einfach abgerissen. Bin danach auf eine Lösung mit Karabiner und Abspannseil umgeschwenkt. Das hält die Plane auch bei Sturm dauerhaft mit dem Auto verbunden, selbst wenn Heringe und Teleskopstangen den Dienst quittieren.
Fazit: Scheiße im Aufbau, macht aber Schatten und lässt mich hinterm Auto im Trockenen stehen/sitzen.

Das war's eigentlich schon mit den Camping – Modifikationen. Hab Donnerstagabend noch das Auto beladen und am Feiertag morgens um 5:00 Uhr ging es los, 7 Stunden Richtung polnische Grenze.
So sah das Ganze dann beladen aus...

... und so vor Ort im Camping – Modus:


Abschließend muss ich sagen, es hat sehr viel Spaß gemacht, für ganz kleines Geld hatte ich ein fantastisches Wochenende, wenn natürlich auch auf einem Campingplatz mit sanitären Einrichtungen. Jimny II. hat sich als Mikro – Camper aber mehr als bewährt und das Ganze wird jetzt nach und nach professionalisiert.
Ziel ist es, diesen Sommer noch ein paar Tage durch die Alpen zu fahren und auch in der Lage zu sein, autark von Landstrom, Wasseranschluss und Sanitäranlagen zumindest mal für ein bis zwei Tage zurecht zu kommen.
Die ersten Optimierungen haben bereits auf der Heimfahrt begonnen. Wer errät anhand des Fotos, für welche eBay Kleinanzeigen – Errungenschaft ich auf dem Heimweg noch einen kleinen Umweg gemacht habe?


