Assistenzsysteme - Informationsaustausch

  • Apropos: Mein GJ Comfort + Automat hat lediglich Verlehrszeichenerkennung (folgenlos und dauerhaft deaktivierbar),

    sowie die Spurwechselerkennung (stört nicht - Offroader dürfen vibrieren) und die Automatische Bremsung vor Kollision (nervt manchmal mit Fehlalarm, hat mich aber auch schon vor Auffahrunfall bewahrt)


    Ich weiß schon warum ich den UNBEDINGT wollte. :D

  • Wenn der Rempler so heftig ist, dass ein Airbag aufgeht und damit erst die Voraussetzung für einen automatischen Notruf gegeben ist,


    Nicht korrekt. Der Airbag muss dafür nicht aufgehen. Stärkere Abbremsung, Gurtstrafer und Sensoren reichen.

    Hier ein Fall wo kein Airbag ausgelöst hat:

    eCall als Zeuge: Auto alarmiert nach Unfall ungefragt die Polizei - AUTO BILD
    Eine Frau beschädigt mehrere Begrenzungspfähle. Sie begeht Unfallflucht – doch die Polizei weiß längst Bescheid. Wie konnte das passieren?
    www.autobild.de


    Und entfernt man sich vom "Unfallort", auch wenn es ggf keiner ist: Fahrerflucht.

  • Es gibt Systeme, welche mehr nutzen als schaden, wie ABS z.b., aber auch hier beobachte ich die sache konkret sehr aufmerksam.

    Es mag sein, dass deine Aussage zum ABS des LR stimmt.

    Es ist ansonsten mittlerweile bei vielen Marken jedoch top am arbeiten und hat bei geübten Fahrern auch garantiert schon schlimmeres verhindert.

    Aber wo ich ein absoluter Gegner in Sachen ABS bin, das ist bei Motorrädern!

    Weil bei den Bikes regelt das ABS bis die maximale Geschwindigkeit rund 7 Km/H beträgt.

    Ich bin ein Oldschool Biker und fahre mit dem ABC-Blick, heißt für den Fall vor mit steht ein Fahrzeug quer, da schaue ich wo ich die bessere Flugbahn über das Fahrzeug mit einer sicheren Landezone habe, also ob ich beschleunigend lieber die A-Säule, B-Säule oder C-Säule des Autos anvisiere.

    Bei z. B. einem VW Bulli, Crafter, Sprinter oder einem SUV a la GLA, GLC, GLS oder X5 bzw. X7, da ist nix mit drüber fliegen, dann hilft nur noch die kurze Vollbremsung, gefolgt von der reinen Hinterradbremsung um das Bike kontrolliert auf die Seite legen zu können, damit es von mir weg, weil die Bikes sind mindestens doppelt so schwer wie der Biker, ins Hindernis rutscht und nicht mich ins Hindernis schiebt und einquetscht.

    Es gab mal Versuche, wo ein Biker mit verschiedenen Geschwindigkeiten & Abständen Vollbremsungen mit und ohne ABS durchführte.

    Bei den ABS-Bremsungen fuhr er immer in die Karton-Wand hinein oder gar komplett hindurch, was mitunter bei einem realen Unfall gar hätte tödlich enden können.

    Jede Bremsung ohne ABS war zum größten Teil früher bis zum Stillstand abgebremst oder gemäß der ABC-Regel beim Ablegen des Bikes erfolgreich.


    Bei BMW S1000RR gab es mal ein Modell, das hatte 4 ECU-Modi (Wet oder Rain, Sport, Race & Slick oder Track).

    Bei Wet war die Gasannahme wie Golf I GTI, da auch die Leistung auf 150 PS gedrosselt war.

    Im Sport war die Gasannahme wie bei einem normalen 911 und es standen 208 PS zur Verfügung.

    Im Modus Race war die Gassannahme wie bei einem 911 GT3RS bei einer Leistung von 208 PS.

    Im Modus Slick lieferte das Bike bis zu 211 PS, die Gasannahme war wie bei einem Hypercar oder einem Le Mans Siegerauto, aber das wirklich besondere an dem Modus war das abgeschaltete ABS am Hinterrad.


    Daher wäre ich das Bike wohl solange ich nicht den Lappen hätte abgeben müssen, nur im Slick Modus gefahren, aber das Brutale an dem Modus ist die Beschleunigung im 1. Gang von Null auf Tempo 180 Km/H.

  • Hier ist ein Video mit dem 2020 Defender in der Ukraine. Das Video, worüber ich vorher gesprochen habe finde ich aktuell nicht. In diesem Video hier ist die Situation ähnlich, aber noch kurioser: Defender im Modus "match" und Untersetzung fährt hoch, dann nimmt die Elektronik zuerstmal Gas weg, Fahrer steigt auf die Bremse, der Wagen bleibt kurz stehen und dann geht mit zunehmender Geschwindigkeit trotz getretener Bremse runter. Nur eine tiefe Spur hat dazu geführt, dass der Wagen langsamer wurde und nach mehreren Versuchen Bremsen zu lösen und neu zu bremsen, endlich zum stehen kam.


    Da das Journalisten waren, haben sie es dem LR Vertreter mitgeteilt und wurden gebeten nicht darüber zu berichten.

    Da Journalisten das Fahrzeug Verhalten aber für lebensgefährlich hilten, haben sie trotzdem das Material veröffentlicht.


    Das ganze geht ab Minute 49 los.


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  • Damit könnte man doch prima die Handynutzung dokumentieren und im nächsten Schritt automatisch an die Bußgeldstellen melden (was ausnahmsweise die Verkehrssicherheit wirklich fördern würde).

    Die Handynutzung ist wirklich ein grosses Problem, das sollte nach meiner Meinung viel härter bestraft werden. Die Ordnungsbusse von 100 CHF ist lächerlich, das interessiert keinen. Natürlich gibt es auch höhere Bussen wenn man z.B. eine Nachricht eintippt, 1-3 Monate Ausweisentzug und Bussen nach einkommen, das wir aber viel zu wenig angewendet. Ich will nicht wissen wie oft ein Notbremsassistent schon ein Fussgänger gerettet hat weil der Fahrer am Handy war. Trotzdem gibt es in der Schweiz über 1000 schwer verletzte und 50 Tote wegen Unaufmerksamkeit. Vor ein paar Wochen wurden Handy-Blitzer getestet und an einem Tag über 20 000 Verstösse registriert. Ich bemerke das die Autofahrer immer unaufmerksamer werden, es wird nicht mehr geblinkt, man schaut nicht mehr nach links wenn man in einen Kreisel fährt,.... aber eine berechtigte Frage wäre ob das nicht auch teilweise an den Assistenzsystemen liegt. Denn wenn ich auf dem Handy tippe bremst das Auto ja selber wenn nötig :rolleyes:

  • Ich bemerke das die Autofahrer immer unaufmerksamer werden,


    Logisch, die verlassen sich immer mehr auf die Technik. Ich möchte gar nicht wissen wie viele Menschen gar nicht mehr fahrtauglich sind und sich z.B. auf Notbremsassi verlassen damit nichts passiert wenn sie einmal täglich langsam zum Supermarkt fahren.

    Erinnert mich an den Kupplungsopa bei den Autodoktoren :)

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  • Automatische Bremsung vor Kollision (nervt manchmal mit Fehlalarm, hat mich aber auch schon vor Auffahrunfall bewahrt)

    Der bremst also wirklich, ich war mir da nie so sicher und testen wollte ich es nicht ^^
    Lustig ist das der Alarm zum Jimny passt, der Assistent schreit dich nicht an wie in anderen Autos.
    Es ist mehr so Japanische Freundlichkeit: Entschuldigung, Entschuldigung, bitte bremsen...

  • So einen Opa gab es sicher schon vor 50 Jahren, das Internet samt Autodoktoren und damit die Verbreitung solcher Dinge nicht. Die menschlichen Unzulänglichkeiten gehen halt mit der Zeit, aber werden es tatsächlich mehr? Heute lenkt das Handy ab, früher wurde noch mehr angetrunken gefahren als heute. Man neigt ja dazu, die eigene Vergangenheit zu verklären und Fehler zu verdrängen, aber das Feierabendbier, manchmal auch zwei oder drei und ein Gruß aus Rüdesheim dazu, waren vor dem Heimweg mit dem Auto eher üblich als verpönt. Immerhin ist die Zahl der Unfalltoten trotz des erheblich gestiegenen Verkehrsaufkommens und der vermeintlich immer schlechteren Fahrer dramatisch zurückgegangen. Moderne Technik samt sinnvoller(!!) Assistenzsysteme hat daran einen erheblichen Anteil. Die Frage ist halt, was ist noch sinnvoll und wo wird es reiner Aktivismus samt Hang zur Bevormundung.
    Was auch immer bei der Defender Geschichte passiert ist, mit der mechanisch auf die Hinterräder wirkenden Feststellbremse hätte er wenigstens die blockieren können. Was eigentlich bei jedem Bremversagen, ob mit ohne ohne ABS, gilt.

  • Was auch immer bei der Defender Geschichte passiert ist, mit der mechanisch auf die Hinterräder wirkenden Feststellbremse hätte er wenigstens die blockieren können.

    Der neue Defender hat nur eine elektrische Handbremse, ob sich diese beim zurückrollen aktivieren lässt ist die Frage.


  • Der neue Defender hat nur eine elektrische Handbremse, ob sich diese beim zurückrollen aktivieren lässt ist die Frage.

    Moin,


    soweit ich informiert bin muss es immer Zwei unabhängig voneinander betätigte Bremsen in einem KFZ geben. Egal ob die sich dosieren lässt oder nicht. Deshalb sollte sie sich eigentlich betätigen lassen und Ihrer Funktion nachkommen.


    Aber wenn schon die Fußbremse nicht tut was sie soll.....


    Gruß, Olaf

    Ich bin Olaf und liebe Umarmungen

  • Was heißt "nur"? Die elektrische Feststellbremse drückt die Bremsklötze über mechanische Aktuatoren an die Scheiben der Hinterräder, funktioniert unabhängig vom hydraulischen Bremskreis und hält besser fest als manch seilzugbetägtigte Bremse. Sinn einer Feststellbremse ist doch, dass sie das Vor- oder Zurückrollen verhindert. Plus Notbremsfunktion. M.W. muss ein Auto immer noch zwei Bremssysteme haben, die sich unabhängig voneinander betätigen lassen. Der Einbauort des Hebels ist leider etwas versteckt. Beim Discovery sitzt der in der Mittelkonsole und und muss nicht im Fußraum gesucht werden. Bei einem Blackoput des Fahres kann den auch der Beifahrer erreichen.

  • Anstieg von Unfallzahlen nach der Einführung neuen Assistenzsystemen, oder anderen Sicherheitssystemen gab es schon immer. Auch als Quattro bei Audi kam, dachten manche, sie können damit direkt so gut fahren wie ein Walter Röhrl. Dann kam ABS, dann die Airbags, u.s.w.


    Nur, damals legte sich wieder alles bis etwas neues kam. Heute werden neue Sachen gefühlt jeden Tag erfunden. Der Gewöhnungseffekt stellt sich gar nicht ein.

    Zudem hat früher jeder Hersteller etwas eigenes entwickelt und hat sehr aufgepasst nichts halbfertiges auf den Markt zu bringen. Heute werden die Sachen durch Politik vorgegeben und Hersteller sind verpflichtet sie einzuführen ob ausgereift oder nicht.

    Zudem werden aus Kostengründen nicht nur Teile sondern die ganzen Systeme an die sich darauf spezialisierende Zulieferer ausgelagert. Wenn ein Zulieferer bei der Entwicklung oder Herstellung sich einen Patzer leistet, dann gibt's plötzlich ein ähnliches Problem bei mehreren Herstellern.


    Deswegen brauchen wir m.M.n. für mindestens 2-3 Jahre ein Moratorium für neue Vorschriften und Verpflichtungen der Industrie. Für größere Sachen - vielleicht sogar 5 Jahre. Damit nicht nur den Herstellern den Druck genommen wird, sondern auch, dass die Kunden Zeit haben sich an schon vorhandene Sachen zu gewöhnen.

    Die Industrie ist schneller geworden und gleichzeitig nachlässiger. Das, was früher ein neues Modell bei Kunden durchfallen ließ, führt heute nur zum Schulterzucken und vielleicht ein paar wütenden Trades in den Foren.


    Menschen sind mit der Zeit nicht schneller geworden, sondern auch nachlässiger in wichtigen Themen und übersensibel bei allem möglichen Schwachsinn, wie Gendern, etc.


    Schwierige Zeiten bringen starke Menschen, gutte Zeiten bringen dagegen schwache Menschen. Sieht man heute schon an der Schule.


    Ich habe es sehr schwer meiner Tochter zu erklären, dass trotz Einser und Zweier im Zeugnis sie sehr wenig weißt und kann, da dafür, wofür sie heute 1 bekommt, würde sie vor 30 Jahren, oder auch heute in China z.B. nur 3, wenn nicht 3- haben.

    Ich habe ihr die Mathe Aufgaben aus ihrem Jahrgang aus dem russischen Schulbuch vorgelegt. Sie wusste nicht mal wie sie anfangen soll. Meine Mutter mit über 80 konnte die Sachen im Nu lösen, ich natürlich auch. Da hat meine Tochter aber blöd geguckt...


    Ja, gehört nicht zum Thema, aber hängt mehr zusammen, als man auf den ersten Blick sieht.

    Sieht man auch an den Durchfallquote bei den Führerscheinprüfungen.

  • Dafür können die 5-jährigen auf dem Smartphone rumdaddeln, dass Menschen gesetzteren Alters schwindelig wird. Beste Voraussetzungen für eine einträgliche Influencerkarriere in Dubai. :)
    So ein Moratorium wäre sinnvoll. Es reicht aber schon, wenn die Politik auf weitere Vorgaben für die Industrie verzichtet, solange die straßenbaulichen Voraussetzungen für die Funktion der bereits verordneten Systeme nicht gegeben sind. Vielleicht muss mal die ganze EU Kommission selbst mit "Lane Assist" durch einen Baustellenbereich mit einem Wirrwarr an alten neuen und temporären Markierungslinien fahren und gegen die Eingriffe am Lenkrad arbeiten. Oder die Freude am penetranten Warnbimmeln genießen, wenn am Anfang einer Wanderbaustelle die Geschwindigkeit zwar durch ein Schild begrenzt aber am Ende nicht wieder aufgehoben wird und 110 auf der Autobahn vom Bordcomputer als zu schnell erachtet werden. Dann würden wir wohl nicht nur 2-3 Jahre sondern bis Sankt Nimmerlein auf neue Ideen verzichten müssen. :saint:

  • Vielleicht muss mal die ganze EU Kommission selbst mit "Lane Assist" durch einen Baustellenbereich mit einem Wirrwarr an alten neuen und temporären Markierungslinien fahren und gegen die Eingriffe am Lenkrad arbeiten. Oder die Freude am penetranten Warnbimmeln genießen, wenn am Anfang einer Wanderbaustelle die Geschwindigkeit zwar durch ein Schild begrenzt aber am Ende nicht wieder aufgehoben wird und 110 auf der Autobahn vom Bordcomputer als zu schnell erachtet werden.

    Moin,


    das ist pure Lobbyarbeit. Einer sagt wir brauchen unbedingt das neue System. Der OEM der dahinter steht hat es fertig, die andren nicht und schon hat man einen Wettbewerbsvorteil weil die anderen schnell nachholen müssen was andere schon fertig aus dem Regal zaubern können.


    Es sind tatsächlich die Vorgaben die hier die Probleme schaffen und nicht lösen. Bei manchen Dingen wird zuerst ein Problem generiert weil man die Lösung bereits im Regal hat. Licht und Regensensoren zb. Was war das früher einfach: Wenn man den Tacho nicht mehr erkennen konnte musste man das Licht anmachen. Wenn es schmuddelig draussen war hat man Licvht angemacht und den Wischer. Heute beschwert man sich weil die Automatic kaputt ist.


    Es merkt auch keine Sau mehr wenn das Licht nicht an ist weil man Tagfahrlicht hat und der Tacho ständig beleuchtet ist...Ach so, der Lichtsensor stand nicht auf mehr Automatic, deshalb bin ich ohne Licht gefahren.....


    Da haben die Dänen schon vor 30 Jahren eine tolle Regelung gehabt. Zündung an und dann war auch Licht an.....


    Gruß, Olaf

    Ich bin Olaf und liebe Umarmungen

  • So einen Opa gab es sicher schon vor 50 Jahren, das Internet samt Autodoktoren und damit die Verbreitung solcher Dinge nicht. Die menschlichen Unzulänglichkeiten gehen halt mit der Zeit, aber werden es tatsächlich mehr? Heute lenkt das Handy ab, früher wurde noch mehr angetrunken gefahren als heute. Man neigt ja dazu, die eigene Vergangenheit zu verklären und Fehler zu verdrängen, aber das Feierabendbier, manchmal auch zwei oder drei und ein Gruß aus Rüdesheim dazu, waren vor dem Heimweg mit dem Auto eher üblich als verpönt. Immerhin ist die Zahl der Unfalltoten trotz des erheblich gestiegenen Verkehrsaufkommens und der vermeintlich immer schlechteren Fahrer dramatisch zurückgegangen. Moderne Technik samt sinnvoller(!!) Assistenzsysteme hat daran einen erheblichen Anteil. Die Frage ist halt, was ist noch sinnvoll und wo wird es reiner Aktivismus samt Hang zur Bevormundung.
    Was auch immer bei der Defender Geschichte passiert ist, mit der mechanisch auf die Hinterräder wirkenden Feststellbremse hätte er wenigstens die blockieren können. Was eigentlich bei jedem Bremversagen, ob mit ohne ohne ABS, gilt.

    Entgegen dem, was viele ältere Herren am Kneipenstammtisch oder in Onlineforen behaupten, werden die Straßen Deutschlands immer sicherer. Die Statistiken sind überall öffentlich einsehbar.


    1970 sind in der BRD 21.000 Menschen im Straßenverkehr gestorben (über 7x mehr als 2025!), obwohl damals deutlich weniger gefahren wurde als heute und weite Teile Deutschlands noch nichteinmal Teil der Bundesrepublik waren. Das war der absolute Höhepunkt in der (bundes-)deutschen Geschichte, seitdem sind die Verkehrstotenzahlen stetig gesunken. 1985 "nur" noch 10.000, 2005 nur noch 5.000, und Mitte der 2010er hat es sich bei etwa 3.000 stabilisiert. In den letzten 10 Jahren ist die Anzahl der im Straßenverkehr getöteten auf einem stabilen, niedrigen Niveau geblieben und fällt seitdem nur noch leicht.


    Das hat natürlich vielfältige Ursachen. Die Einführung der Gurtpflicht, die Wiedereinführung des Tempolimits auf Landstraßen, wesentlich strengere Sicherheitsvorschriften für Autos, aber auch eine durchdachtere Verkehrsplanung (insbesondere die Trennung des Fußgänger-, Fahrrad- und Kraftverkehrs) und eine umfangreichere Verkehrsausbildung haben das gemeinsam bewirkt. Welchen Einfluss adie Verkehrsplanung und Führerscheinausbildung haben, sieht man leicht, wenn man die Verkehrstotenstatistik der EU mit der der USA vergleicht. Dort ist die Wahrscheinlichkeit, im Straßenverkehr schwer verletzt zu werden oder sein Leben zu lassen um ein Vielfaches höher als in den gefährlichsten EU-Ländern.


    Der Unterschied der von der EU geforderten Assistenzsysteme zu den früheren Sicherheitssystemen ist, dass sie jetzt den Fahrer durchaus bewusst belehren wollen, was nachvollziehbarerweise fast jeder als bevormundend sieht. Ob das langfristig einen statistisch signifikanten, positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit hat, vermag ich nicht objektiv zu beurteilen. Subjektiv halte ich es aber mindestens seit der Einführung des verpflichtenden Notbremsassistenten nicht mehr für verhältnismäßig. Das eCall-System halte ich hingegen für eine gute Sache.


    Dass die Einführung neuer Assistenzsysteme gar eine Erhöhung der Unfallgefahr mit sich brächten, ist jedenfalls statistisch gesehen Unsinn. Sowohl heute als auch früher konnten sie zumindest mehr Unfälle vermeiden als sie verursacht haben. Nur unwesentlich besser als +-0 zu sein, sollte aber natürlich auch nicht der Anspruch sein, denn dann könnte man sich die Vorschrift auch schenken.

  • Das Problem mit dem früher-heute-Vergleich ist halt, dass ein erwachsener Mann mit 6 Bier im Kopf besser und sicherer Auto fahren kann als ein nüchterner Mensch, der während der Fahrt Instagram checkt und Nachrichten beantwortet. Und es kommt ja noch dazu, dass immer noch viele alkoholisiert Auto fahren und obendrein noch lustig Gras rauchen. Ohne Handy am Steuer, und ohne Drogen könnten die Zahlen der Unfalltoten nochmal drastisch gesenkt werden.

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  • Was mir tagtäglich auch auffällt ist die fehlende oder zumindest schwindende Rücksichtnahme und Verkehrsbeobachtung.

    Vor allem im Berufsverkehr ist es für mich fast unmöglich ohne etwas stärkere Bremsungen auszukommen, obwohl ich dies zu vermeiden versuche, da während der Fahrt ich im Rollstuhl sitzende Personen an Bord habe, aber ständig gibt es einen "Mr. Ichbinwichtig!" oder einen "Mr. Ich quetsche mich jetzt hier rein und scheisse auf deinen Sicherheitsabstand!"


    Ja, es mag früher ohne die Systeme mehr tödliche Unfälle gegeben haben, aber was mir heute auffällt sind mehr Unfälle, wo sich die Autos überschlagen haben, im Gegensatz zu den Unfällen über die früher so berichtet wurde.

    Das könnte gut mit dem Denken "mein Auto hat ABS, ESP & Co.!" vieler Fahrer von heute zusammenhängen.


    Aber egal ob die Person im Auto nicht aufpasst, denn manche Radfahrer, e-Scooter- & Roller-Fahrer, sowie Fußgänger scheinen nur noch sich nach dem Motto "Ich habe Vorrang!" fortzubewegen und für Verkehrsbeobachtung bzw. dem Einhalten von Verkehrsregeln sind wohl nur die Autofahrer zu verpflichtet.