Von Köln nach Montenegro mit dem Dachzelt

  • Hallihallo,


    meine Freundin und ich sind aus unserem allerersten Camping-, Dachzelt- und Jimny-Urlaub zurück und hier gibt's den Reisebericht:

    https://dreiquadratmeter.home.…lt-reise-koln-montenegro/


    Fotos auf Instagram:

    https://www.instagram.com/dreiquadratmeter/


    Um nicht nur den Link zu posten, möchte ich in diesem Thread noch etwas mehr Jimny-spezifisches zu der Reise schreiben und ggf. Fragen und Kommentare beantworten.


    Der Jimny:

    FJ 2011 Style, 120.000 km, Vredestein Quatrac 3 Reifen (müssen bald mal erneuert werden), Alko Anhängerkupplung, sonst alles standard und keine weiteren Umbauten.


    Wir haben den Würfel erst kürzlich für eine solche Reise gebraucht gekauft. Davor gab es noch einen Check und Ölwechsel in der Werkstatt. Der Wagen zog etwas nach links, was nach einem Austausch des festsitzenden Spurstangenkopfs neu eingestellt wurde. Ansonsten war alles gut. Die 5.000 km der Reise hat er dann inkl. ein paar kürzerer Offroad-Passagen problemlos überstanden. Auch wenn es natürlich ein schaukeliges, langsames Reisen ist und die Sitze nicht die bequemsten sind, würden meine Freundin und ich am liebsten direkt weiter fahren. Das Auto hat Charme und kommt einfach überall hin. Mehr noch als über den Allradantrieb, haben wir uns über die geringen Außenmaße gefreut. In Kroatien und Montenegro gibt es so viele enge Wege und 1,5-spurige Straßen mit Gegenverkehr, die allesamt gar kein Thema, geschweige denn Stress, waren.


    Das Dachzelt:

    Sheepie Jimba Jimba Large mit 140x200 Matratze und Markise "Plus" von Tour-Tec.


    Es wiegt ca. 41kg ohne Leiter und hat uns sehr gute Dienst erwiesen. Zu zweit ist es auf dem flachen Jimny super schnell auf- und ab zu bauen. Konkret: Aufbau 1-2 Minuten, Abbau maximal 5 Minuten. Schlafsack, Kopfkissen und Kleinzeugs können während der Fahrt im eingeklappten Zelt bleiben.


    Befestigt ist es auf der normalen Jimny Dachrehling auf standard Thule Vierkantträgern. Weder beim Fahren, noch beim Schlafen war dies ein Problem für den Jimny oder uns. Das Fahrverhalten ist auf der Straße kaum beeinträchtigt und fühlt sich immer noch so sicher an wie ohne. Wobei ich auch generell kein Raser bin und umsichtig fahre. Unsere Reisegeschwindigkeit war fast immer um die 95 km/h und dabei sind wir trotz voller Beladung auch tatsächlich einmal mehr als 500 km mit einer Tankfüllung gefahren! Wow! :D Unsere Maximalgeschwindigkeit war 120 km/h, aber das brauche ich nicht auf die Dauer. 110 km/h geht schon viel besser, aber am entspanntesten ist es für uns darunter. Mehr als 500 km sind wir an einem Tag nicht gefahren.


    Das Schubladensystem:

    Selbstgebaut aus Aluvierkantrohren und Euroboxen - Anleitung gibt's hier im Forum :)


    Super Ding und überaus praktisch bei dem kleinen Jimny! Nur die L-Profile waren für die große Kiste mit Wasser und Gaskocher drin etwas zu dünn und haben sich temporär etwas verbogen, was aber gerade noch okay für die normale Nutzung war. Das werde ich durch dickere L-Profile vor der nächsten Reise wahrscheinlich noch mal verbessern.


    Offroad während der Reise:

    Wir hatten uns sehr viel vorgenommen und auch extra die MDMOT Offroadführer Kroatien Süd und Montenegro gekauft. Diese sind auch generell empfehlenswert und bieten Touren die nicht allzu anspruchvolls scheinen. Wobei wir in Montengro wegen Dauerregens gar keine der Strecken gefahren sind und in Kroatien auch nur drei Mal eine Tour unternommen haben. Als Offroad-Anfänger war ich sehr beeindruckt von der Leistung des Jimnys. Es ging einfach überall easy hoch und runter - vor allem mit der Geländeuntersetzung - und das Einzige was uns im Wege stand war mein Respekt vor der Materie. Alleine ohne zweites Auto und dann noch mit der ganzen Beladung ist es schon sehr "spannend" u.a. einen Weg zu fahren, der als solcher wegen Überwuchses gar nicht mehr zu erkennen ist oder mit Anlauf steinige Auffahrten zu meistern bei denen im Wagen einfach nur alles hin und her poltert 8o Wahrscheinlich alles läppisch für erfahrene Offroadpiloten, aber für uns war es genau der richtige nächste Schritt, nachdem wir bisher nur Schotterpisten mit gemieteten Geländewagen in Urlauben gefahren sind.


    Ein kleines haarsträubendes Erlebnis hatten wir aber - allerdings auf einer kleinen Teerstraße irgendwo ganz alleine an einem Berg. Es ging nach einer Kurve auf einmal sehr steil aufwärts und ich musste an der Stelle aus dem Stand anfahren (die Situation hätte ich im Nachhinein gesehen durchaus leicht vermeiden können - und müssen). Der Wagen war im 2WD, was ja normal für geteerte Straßen ist. Leider sind mir dabei sofort die Hinterräder durchgedreht und der Wagen ist einfach hinterrücks die Straße runter gerutscht. Bremsen brachte dabei natürlich auch erstmal nix, aber glücklicherweise kamen wir noch gerade rechtzeitig zum Stehen ... mit dem rechten Hinterrad in der Luft über dem Straßengraben =O Dreißig Zentimeter weiter und wir hätten fest gesessen. Uns wäre dabei nichts passiert, aber der Wagen hätte durch fremde Hilfe irgendwie geborgen werden müssen, was an der Stelle mitten im Nirgendwo etwas doof gewesen wäre. Puh! Was nun?! Erstmal beide raus, durchatmen und die Lage checken. Es ist immer noch genauso steil wie vorher, nur jetzt fehlt uns eines der drei Räder auf dem Boden. Aaaber: Ich hatte während der Vorbereitung auf den Urlaub u.a. das Buch "Four-by-fiur driving" von Tom Sheppard verschlungen und war in der Offroad-Theorie zumindest nicht komplett unwissend - wennauch in der Praxis natürlich unerfahren. Es schien mir also in dieser Situation einen Versuch Wert, einmal im 4WD-L langsam und geradeaus anzufahren und tadaaa: das war auf einmal, auch mit nur drei Rädern am Boden, gar kein Problem :love: Also wieder etwas gelernt und sogar aus einer brenzligen Situation von alleine raus gekommen. Juchuu!


    Ein Offroad-Fahrtraining steht auf jeden Fall auch noch auf dem Programm :thumbup:


    Ansonsten war auf der Reise alles bestens und stets dem fahrerischen Können angepasst. Wir wollten ja auch primär nur in die Natur und keine verrückten Offroad-Abenteuer erleben. Später während der Reise, auf einer Campingwiese die durch Regen total durchnässt war, war der Jimny auch sehr praktisch. Während ein Campingvan neben uns stecken blieb und durch einen schwereren Offroader rausgezogen werden musste, kamen wir mir dem Würfel im 4WD ganz normal davon.


    Glücklicherweise hatten wir aber größtenteils Sonnenschein und bestes Campingwetter. Und wie gesagt, wären wir am liebsten direkt nach dem Urlaub wieder weiter gefahren und wir freuen uns, dass die Entscheidung den Jimny und das Dachzelt zu kaufen die Richtige gewesen zu sein scheint.

  • Servus,

    ein richtig geiler Reisebericht. Hut ab.

    Macht Bock auf Urlaub mit dem Jimny.


    Danke schön für die schönen Minuten des Lesens um vom Alltag abzuschalten.:thumbup::thumbup::thumbup:


    Gruß Lars

    Gemüse schmeckt am besten wenn man es kurz vor dem servieren durch Rindfleisch ersetzt.


    Suzuki Fahrer - anders als alle Anderen

  • Vielen Dank für die netten Kommentare! Freut mich, dass der Bericht euch gefallen hat :) Wir sind definitiv mit dem Jimny-Reisevirus infiziert und werden diesen Sommer auch noch zumindest ein paar Wochenendtrips unternehmen.

  • Euch war aber schon klar, dass das Gewicht des Dachzeltes die zulässige Dachlast übersteigt?

    Dachlast? Was für ne Dachlast? :saint: Wir haben davon nichts gemerkt.

    Google mal "Suzuki Jimny FJ Datenblatt". Dann findest du eine PDF- Datei mit den technischen Daten des Würfels. Mit dem Dachzelt ist ja auch kein Problem, solange du keinen Unfall hast und dein Auto genau gecheckt wird. Im Rahmen einer normalen Kontrolle durch die Rennleitung wird es kaum auffallen.

  • Dachlast? Was für ne Dachlast? :saint: Wir haben davon nichts gemerkt.

    Google mal "Suzuki Jimny FJ Datenblatt". Dann findest du eine PDF- Datei mit den technischen Daten des Würfels. Mit dem Dachzelt ist ja auch kein Problem, solange du keinen Unfall hast und dein Auto genau gecheckt wird. Im Rahmen einer normalen Kontrolle durch die Rennleitung wird es kaum auffallen.

    Sorry, das war ein Spaß 8o Natürlich wissen wir darüber Bescheid. Das ist ja quasi das Erste wonach man bei der Dachzelt Thematik googelt ... und mit nem Jimny wundert man sich über die Werte und googelt daraufhin noch mal ... und dann ist es einem egal :S Verboten ist es ja nicht und die Jimnys fahren ja überall auf der Welt z.T. noch viel voller bepackt herum. Uns ging es hauptsächlich um möglichst angenehmes und sicheres Fahrverhalten und deswegen haben wir ein leichtes Zelt gewählt und kein Hardtop.


    Auch wenn es natürlich ein schaukeliges, langsames Reisen ist

    Vielleicht hilft es wenn du nach 120000km Laufleistung deine Federn und Dämpfer erneuerst.

    Das werde ich ggf. mal checken lassen. Danke! Möchte allerdings aktuell nicht so viel in den Wagen investieren und ich denke das etwas schaukelige Fahren ist der Beladung geschuldet.

  • Guter Bericht. Mit dem Würfel kann man top reisen wenn man auch den Weg genießen kann.

    Wir werden uns Richtung Dalmatien aufmachen, bis Montenegro wird es wohl nicht ganz werden.

    Auf die Nebenstraßen da freue ich mich schon, allerdings gibt es da auch noch einige Gebiete wo man besser auf der Straße bleibt.

    Minenfelder


    Liebe Grüße Alex

  • Klasse Seite und auch für uns in einer Woche hilfreich. :thumbup: